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Warburg

Posted 1/31/2014

Warburg (WB). Aus dem alten preußischen Bahnhofsgebäude in Warburg wird ein buddhistischer Tempel. Den Weg dafür hat die Bahn jetzt mit dem Verkauf des Gebäudes an Dr. Charlotte Gormsen geebnet. Die Warburger Kieferorthopädin wird einen großen Teil der Räume an den neu gegründeten Verein »Buddha-Metta Warburg« vermieten.




Carsten Kirchhoff, Projektleiter der Bahnflächenentwicklungsgesellschaft NRW (BEG), hat gestern den symbolischen Schlüssel an die Investorin Dr. Charlotte Gormsen übergeben, die das Gebäude für nur einen Euro erworben, sich aber Gegenzug verpflichtet hat, allen denkmalpflegerischen Auflagen nachzukommen. Zu der Investitionssumme für die Sanierung und den Umbau des Empfangsgebäudes wollte sich die Käuferin gestern nicht äußern.




Dass der altehrwürdige Bahnhof künftig ein buddhistisches Zentrum beherbergen wird, das weit über Warburg hinaus ausstrahlen soll, ist dem Kontakt der Zahnärztin zu dem Warburger Restaurantbesitzer Houa Kouang Tu zu verdanken. Tu, der aus Laos stammt, und seine thailändische Frau hatten Charlotte Gormsen von dem Wunsch der hier lebenden Buddhisten berichtet, eine Gebets- und Meditationsstätte einzurichten. So sei die Idee entstanden, dies im nahezu leerstehehenden Warburger Bahnhofsgebäude zu verwirklichen, sagte die aus Skandinavien stammenden Ärztin gestern in einem Pressegespräch.




Den Kauf des Gebäudes und die Einrichtung des buddhistischen Tempels bezeichnete sie als Fügung: »Wie das alles gekommen ist? Da müssen Sie Buddha fragen – oder Gott.« Der Bahnhof sei jedenfalls ideal für den Zweck und darüber hinaus von den Buddhisten in der Mitte Deutschlands leicht zu erreichen. »Warburg war schon immer ein Verkehrskreuz und wird es jetzt auch im spirituellen Sinne«, sagte Charlotte Gormsen, die selbst keine Buddhistin ist. »Dieser Tempel ist eine gute Idee für Warburg, und er wird die Stadt weiter nach vorn bringen«, meint sie.




Mit den Umbauarbeiten soll unter der Federführung des Warburger Architekten Karl-Heinz Cornelius schon im kommenden März begonnen werden. Das Raumkonzept hat Cornelius gemeinsam mit einem buddhistischen Meister aus Thailand entwickelt. Danach wird der größte Teil des Erdgeschosses künftig von dem buddhistischen Verein genutzt. Aber auch die Bahnkunden werden von dem Projekt profitieren. So wird eine vom Bahnsteig aus zugängliche Toilette geschaffen, die rund um die Uhr benutzbar sein wird. Damit wird ein Mangel behoben, der in den vergangenen Jahren immer wieder von verärgerten Fahrgästen an die Bahn, aber auch die Stadt Warburg herangetragen worden war. Erhalten bleibt auch der Fahrkartenverkauf über das Reisebüro Velmer, das allerdings einen anderen Standort bekommt und künftig ebenfalls vom Bahnsteig aus erreichbar sein wird. Außerdem wird im vorderen Teil des Gebäudes, zum Bahnhofsvorplatz hin, ein Bistro eingerichtet, das eine Mitarbeiterin Tus, Yuphia Phimviset, betreiben wird.




Der buddhistische Verein bekommt im Erdgeschoss nach dem Zusammenlegen mehrerer Räume einen großen Tempel mit Meditationsraum sowie einen Speiseraum. In einem Teil des Obergeschosses werden die Wohnung für den Meister und seinen Schüler sowie Räume für Mönche und Gäste eingerichtet. Im Obergeschoss sowie im Dachgeschoss bestehen nach den Worten von Cornelius noch Erweiterungsmöglichkeiten.




Das buddhistische Zentrum soll nach dem Wunsch von Houa Kouang Tu und seiner Stellvertreterin Sukhoutha Beyer aus Beverungen schon im Spätsommer oder Herbst nächsten Jahres eröffnet werden. Dann soll auch der Meister aus Thailand namens Phakrusittipanyaporn mit seinem Schüler einziehen. Nach den Worten von Charlotte Gormsen handelt es sich dabei um einen hochrangigen Geistlichen aus Chiang Mei, der zurzeit oberster Buddha für Nordthailand ist. Tu und Beyer zeigten sich gestern glücklich und dankbar, dass ihr noch junger Verein, der rund 50 Mitglieder aus Warburg und Umgebung hat, seinen großen Wunsch nach einem Gebets- und Meditationszentrum umsetzen kann. Nach ihren Worten soll das Zentrum eine Begegnungsstätte für alle Religionen und Nationen werden. »Wir wollen den Menschen dort die Möglichkeit geben, Ruhe in der Seele zu finden«, so Beyer.




Begeistert von dem Konzept zeigte sich auch Bürgermeister Michael Stickeln. Er freute sich besonders, dass der Bahnhof denkmalgerecht saniert wird, »und dass endlich das leidige Toilettenproblem gelöst wird«.

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Glück

Posted 1/31/2014
Unser Ziel ist es, glücklich zu sein.

Was ist Glück?
Biologisch ist es eine Aktivität im Belohnungszentrum, das als Glück gefühlt wird. Doch was löst diese Aktivität aus? Alles was neu und dabei nicht Angst einflössend ist, führt zu einer Aktivität in diesem Zentrum. Also wenn wir etwas Neues kaufen, einen neuen Rausch erleben. Da wir dieses Gefühl von 'neu' positiv fühlen, wünschen wir mehr davon. Diese Art Glück ist nicht von so langer Dauer: neu gekauftes wird schnell selbstverständlich und ein Rausch führt sowieso zu einem faden Gefühl hinterher, wenn nicht sogar zu Schuldgefühlen und Minderwertigkeit. Über diesen Mechanismus ist Glück auch mit Sucht verknüpft. Wir sind süchtig nach Glücksgefühl.
Vermutlich ist das gefühlte Glück bei Neuem dem Lernen geschuldet: das hält länger an und führt dazu, dass wir die Mühe für den nächsten Schritt gerne auf uns nehmen. Auch das Glück bei der Beobachtung kleiner Kinder ist ähnlich: mit ihren Augen können wir die Welt, die für uns so selbstverständlich ist, wieder neu entdecken. Auch wir sehen dann wieder die Wunder im Kleinen, für die wir so unempfindlich geworden sind. So führen kleine Kinder zu so vielen kleinen Glücksmomenten.
Ich wünsche allen Glück - ohne Vergessen oder faden Nachgeschmack, Glück das uns voran bringt.
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Meditation

Posted 1/31/2014
Thay berichtet von einem Lehrgang mit dem Thema „Business und Spiritualität“, den er in der Schweiz gemeinsam mit 4 weiteren Referenten für führende Persönlichkeiten aus der Wirtschaft und Wissenschaft abhielt.
Ein Neurobiologe aus Gießen, der 10 Jahre lang intensive Forschung betrieb unter dem Gesichtspunkt „Gehirn und Meditation“ präsentierte seine Forschungsergebnisse und seine Erfahrungen mit vielen hundert Versuchspersonen. Unter Nutzung moderner Technik wie der Computertomographie und anderer bildgebender Medien konnte sichtbar gemacht werden, wie sich ein Gehirn unter gewissen Voraussetzungen entwickelt und verändert. Bei Probanden, die jahrelang tgl. 1 Stunde meditierten, konnte eine Zunahme der grauen Gehirnzellen nachgewiesen werden. Bei jungen Leuten ging das Wachstum schneller voran, aber bei 50jährigen Meditierenden blieben die Gehirnzellen länger gesund erhalten.
Nichtmeditierende, die viel Streß erleben, weisen eine Zunahme von Cortison im Kopf auf. Gehirnzellen werden infolge sichtbar zerstört. Es konnte lokalisiert werden, in welchen Hirnbereichen bei Streß und Traumata emotionale Blockaden entstanden und ein Zellabbau stattfand. Wir denken in Bildern. Bei Streß wird der visuelle Prozeß beeinträchtigt. D.h. wir versuchen, Bilder zu vergessen. Leute, die zu viel Streß haben, werden dement oder auch depressiv. Depressive erhalten Alzheimer.
Bei Mönchen und Nonnen, die als Testpersonen dienten, konnte die Effektivität ihrer Meditationszeit herausgefunden werden. Wer nur in Meditationshaltung saß, aber träumte, schlief oder seine Gedanken schweifen ließ, wies keine Gehirnveränderung auf.
Es gibt Menschen, die die Gehirnzonen, die Glück erzeugen, nicht besitzen. Sie verwechseln Glück mit Verbindung. Wenn sie mit jemandem eine Verbindung haben, erfassen sie das als Glück.
In der Meditation wollen wir uns nicht stressen. Je mehr wir meditieren, desto mehr wird unser Vorderhirn aktiviert. Die betroffenen grauen Zellen stimulieren unsere Weisheit, unser Mitgefühl. Dies wiederum eröffnet uns den Zugang zu Glück und Leid.
Meditation ist eine Art von Konzentration.
Thay fragt den betr. Referenten, was besser die Konzentration fördert: Yoga, Qi Gong, Tai Chi oder Meditation. Die Antwort war: Yoga. Meditiert jemand jedoch ehrlich, hat das den gleichen Erfolg wie Yoga. Das ist messbar. TaiChi und Qi Gong haben die gleiche Wirkung.
Die geistige Ebene wird dabei mit dem Körper verbunden.
Thay interessierte sich dafür, welche Wirkung „Achtsamkeit im Alltag“ hat.
Derselbe Wissenschaftler hat mit Nonnen experimentiert, die jahrelang achtsam gelebt haben. Eine dieser Frauen spendete zu Forschungszwecken ihr Gehirn nach ihrem Tod. Als es untersucht wurde, brachte das Ergebnis, dass sie Nonne längst auffällig an allen Erscheinungen von Alzheimer gelitten haben müsste, was jedoch nicht der Fall war. Durch Meditation, Achtsamkeit und Konzentration hatte ihr Gehirn sich so verändert, dass bestimmte Teile für andere geschädigte die Arbeit und Funktion übernommen hatten.
Bei Menschen, die bewusst 5x am Tag wenigsten kurz, aber bewusst meditieren, kommt es zu einer vermehrten Sauerstoffzufuhr, zu einer besseren Durchblutung ihres Gehirns und infolge zu einer höheren Gehirnaktivität. Wenn beim Einatmen der Körper hochgezogen wird und beim Ausatmen losgelassen wird.
So findet eine Selbstregulation statt.
Wenn wir beim Meditieren beobachten: es kommt – bleibt – und geht.
Das signalisiert uns: es ist Keine Gefahr!
Bei Angst arbeitet das Gehirn nur zonenmäßig. Entspannen wir uns aber, geht das vorüber.
Bei der Metta-Meditation werden Enzyme freigesetzt, die das Herz bereichern. Da wir in der Zeit nicht mit Haß arbeiten, fühlen wir keine Gefahr und kommen in Entspannung. Das bedeutet Gesundheit fürs Herz
Das Leben organisiert sich aus der Fülle, nicht aus dem Mangel. Mit viel Liebe bleibt alles da und vermehrt sich.




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Zitate

Posted 1/31/2014
Es gibt keine Abkürzung auf einem Weg, der es Wert ist gegangen zu werden.

There is no shortcut on a path worth going.
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Annelens Zen-Weg

Posted 1/31/2014
                             Mein (Zen-) Weg mit Thay Thich Thien Son

Vor ca. zehn Jahren lernte ich Thay kennen durch einen angekündigten Vortrag der Volkshochschule Höxter.

Ich wusste nur, dass ein Zen-Meister einen Vortrag über „Gesundheit und Zen-Meditation“ halten wollte. Als Lehrerin, die unter anderem auch Religion unterrichtete, hatte ich mich schon theoretisch mit Buddhismus beschäftigt, war aber noch nie einem „echten“ Zen-Meister begegnet.


Was stellte ich mir darunter vor? – Wie in vielen Büchern beschrieben einen alten würdigen Mann mit grauem Bart. – Und was stand vor uns? – Ein bescheidener junger Mann, der uns in seiner offenen fröhlichen und lebendigen Art aus seinem Leben erzählte und uns die Zen-Meditation näher brachte.
 
Auf meinem Nachhauseweg ist mir dieser Abend noch sehr nachgegangen und ich dachte: Wenn man mit Hilfe der Zen-Meditation solche Schwierigkeiten und Probleme verarbeiten und bewältigen kann, dann ist es einen Versuch wert. So kam ich auf meinen Weg zur Zen-Meditation und zu vielen Zen-Seminaren (13). Allerdings habe ich nicht gewusst, wie schwer, mühsam und manchmal auch schmerzhaft dieser Weg zu gehen sein würde. Aber ich habe durchgehalten – trotz meiner schweren Erkrankung – und bin mir selber dadurch immer näher und immer besser auf die Schliche gekommen, habe immer deutlicher meine eigenen Strukturen, Muster und Konzepte erkannt und dadurch die Chance bekommen, in meinem Leben etwas zu verändern.

Veränderung findet ja ständig statt, wir müssen sie nur zulassen. Bei mir hat es eine Weile gedauert, bis ich loslassen, mich öffnen konnte – ich glaube bis hin zum achten oder neunten Seminar – aber es hat sich gelohnt, nicht aufzugeben, nicht stehen zu bleiben, sondern weiter zu gehen, in Bewegung zu bleiben.



Ich habe mit Thays Hilfe gelernt, meine Unsicherheiten, Zweifel, Schwächen und Ängste zu erkennen, sie anzunehmen und mit ihnen gelassener umzugehen. Es geht nicht immer ohne Steine auf dem Weg, auch nicht ohne Rückschritte. Thays Fröhlichkeit, seine Menschlichkeit und große Liebe zu den Menschen hat mich stets beeindruckt und berührt, vor allem weil er sie lebt und nicht nur redet und dadurch glaubwürdig ist. Solche Menschen braucht diese Welt, heute mehr denn je zuvor; Menschen, die sich mutig und bedingungslos der Veränderung stellen, damit diese Welt gewaltfreier, friedvoller und liebevoller wird. Packen wir es doch gemeinsam an mit der Kraft, dem Mut und der Liebe, die in uns selbst zu finden sind.

Wir möchten doch alle in einer friedvollen, gewaltfreien und gerechten Welt leben. Dazu kann jeder von uns nach seinen Fähigkeiten und Möglichkeiten seinen Beitrag leisten. Jeder von uns kann diese Welt ein wenig zum Positiven hin verändern, wenn er den aufrichtigen Willen dazu hat. Es sind nicht die Riesenschritte, die Veränderungen herbeiführen, sondern die vielen kleinen Schritte, die viele kleine Leute an vielen kleinen Orten dieser Welt tun. Darum möchte ich jeden von uns ermutigen, auf seine Art und Weise an diesen Veränderungsprozessen mitzuwirken.


Heute weiß ich: Das ist mein Weg! Ich brauchte wohl nur jemanden, der mich liebevoll anstößt, an die Hand nimmt und mir geduldig die Richtung weist, indem er mir hilft, mein Innerstes von lebenshemmenden Hindernissen zu entrümpeln. Und wenn ich mal mutlos und erschöpft bin, so nehme ich mir die Zeit zum Ausruhen. Manchmal kommen dann Menschen vorbei, die mir Mut machen und mich ein Stück auf meinem Weg mitnehmen. Ein anderes Mal ist es umgekehrt: Menschen kommen zu mir und brauchen Ermutigung und Begleitung, dann nehme ich sie an die Hand. So ist und bleibt es ein Miteinander und gegenseitiges Nehmen und Geben.


Für mich ist Thay ein „Brückenbauer“, der Menschen und Kulturen zusammenbringt, damit sie miteinander das Leben gestalten, statt nebeneinander oder gar gegeneinander. Er ist für mich ein Botschafter für Frieden und Versöhnung.


Dass mir all das möglich ist, habe ich Thay zu verdanken, der mir mit seiner Kraft und unendlichen Geduld immer wieder Mut gemacht und mich begleitet hat.


Wichtig geworden sind mir aber auch die Menschen (Sangha, Zen-Schülerinnen und –Schüler etc.), denen ich auf diesem Weg begegnet bin, und mit denen ich nach wie vor in Kontakt stehe und bleibe. Sowohl Thay als auch diese Menschen sind für mich eine Bereicherung und ein großes Geschenk. Wie sagt doch Martin Buber, ein jüdischer Religionsphilosoph: „Jede Begegnung ist Leben.“ Und ich stelle fest, dass ich aus jeder menschlichen Begegnung, sei sie nun positiver oder negativer Art, etwas lernen kann. Im Übrigen halte ich Begegnung und Kommunikation für etwas sehr, sehr Wichtiges. Denn Menschen, mit denen man redet, kommuniziert, sich austauscht, würde man niemals verletzen oder ihnen unfriedlich, bösartig oder gar gewalttätig begegnen.


Ich bin unendlich dankbar, dass ich Thay in meinem Leben begegnet bin.


Und auch das steht für mich fest: Je mehr Menschen, Kulturen, Traditionen, Religionen ich kennen lerne, desto offener, weiter, toleranter und bescheidener werde ich. Warum? Weil ich dadurch mein ganzes Drumherum nicht mehr so wichtig nehme, meine Kultur, Religion oder meine Meinung nicht als das einzig Wahre und Absolute betrachte.


Dir, Thay, danke ich, dass Du mich bis hierher begleitet hast und weiterhin begleiten wirst, wenn es nötig sein sollte. Danke!


Annelen L., Höxter im Juni 2011






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